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Linguistische Beschreibung des Englischen
"Sprachfamilie des Englischen"
Die englische Sprache wird in weiten Teilen der Welt, wie z.B. in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und zahlreichen anderen Ländern gesprochen. In vielen Ländern des Commonwealth ist Englisch Amtssprache und wird dort von fast allen Menschen verstanden und benutzt.
Englisch ist weiter verbreitet als jede andere Sprache, ist nach dem Chinesischen die Sprache mit der größten Sprecherzahl und damit auch die gebräuchlichste Zweitsprache bzw. Fremdsprache.
Englisch gehört zur anglofriesischen Gruppe des westlichen Zweiges der germanischen Sprachen, einer Unterfamilie der indogermanischen Sprachen. Am nächsten verwandt ist es dem Friesischen, in geringerem Maß der niederländischen Sprache (Holländisch-Flämisch) und den plattdeutschen Dialekten und schließlich dem modernen Hochdeutsch.
Die Ursprungssprache der indogermanischen Sprachen, das Proto-Indogermanische, wurde vermutlich vor circa 5 000 Jahren von Nomaden gesprochen, dieser umstand hat zur Ausbreitung der Sprache beigetragen. Die englische Sprache hat heute einen Wortschatz von mehr als einer Millionen Wörter. Dazu gehören Ausdrücke aus dem Slang und den Dialekten sowie Fachbegriffe aus Naturwissenschaft und Technik, die häufig erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet werden. Englisch besteht etwa zur Hälfte aus germanischen (altenglischen und skandinavischen) und zur anderen Hälfte aus romanischen (französischen und lateinischen) Wörtern. Auf das Altenglische gehen die Kardinal- und Ordnungszahlen, die Personalpronomina und zahlreiche Substantive und Adjektive zurück. Aus dem Französischen stammen intellektuelle und abstrakte Begriffe sowie Termini für Rang und Status.
Zur Bildung zahlreicher neuer Wörter und zur Entstehung neuer Erweiterungsmuster haben diverse linguistische Prozesse beigetragen, z.B. die Wortbildung durch Nachahmung von Geräuschen.
Die englische Rechtschreibung gilt als relativ schwierig, da aus zwei Gründen die schriftliche Wiedergabe des Englischen phonetisch nicht exakt ist: Zum einen hat sich die Schreibweise der Wörter weniger gewandelt als ihr Klang. Zum anderen wandte man verschiedene Rechtschreibkonventionen, die von ausländischen Quellen
übernommen wurden, weiterhin an.
"Informationen zur englischen Grammatik"
Das moderne Englisch ist eine verhältnismäßig unflektierte Sprache. Die Substantive haben nur im Genitiv und im Plural eigene Endungen. Verben können in zwei Gruppen eingeteilt werden: die älteren Wörter mit starker Konjugation, deren Stammvokal sich ändert und die mit schwacher Konjugation, deren Dentalsuffixe (Wortendung mit einem an den Zähnen gebildeten Konsonanten) die Vergangenheitsformen anzeigen.
Heute werden nur noch 66 starke Verben verwendet; die Schwachen überwiegen bei weitem, da alle neueren Verben nach diesem Muster gebildet werden. Die dritte Person Singular endet immer auf -s.
Die englische Verbstruktur ist also ziemlich einfach, verglichen mit ähnlichen Sprachen. Sie weist nur wenige weitere Endungen auf, wie z. B. -ing or -en. Jedoch spielt der Gebrauch zahlreicher Hilfsverben wie must, can, have oder may eine wichtige Rolle. Die einsilbigen und einige zweisilbige Adjektive werden in der Steigerung flektiert; andere Adjektive werden gesteigert, indem man more und most davorsetzt.
Die Pronomina sind die am stärksten flektierte Wortart im Englischen. Sie besitzen eigene Formen für den Objektfall, z. B. me oder her, für den Nominativ (I, he, we) und für die possessiven Formen (my, his, hers, our).
Obwohl viele Verfasser von Grammatikbüchern den Wortschatz nach wie vor gemäß der altgriechisch-lateinischen Tradition in acht Wortarten einteilen, fanden in der englischen Sprache in jüngerer Zeit neue Klassifikationen nach anderen Gesichtspunkten statt.
"Die Entwicklungsgeschichte des Englischen"
Die Entwicklungsgeschichte des Englischen wird gewöhnlich in drei Abschnitte eingeteilt.
- Das Altenglische, früher Angelsächsisch genannt, reicht von 449 bis 1066 bzw. 1100.
- Das Mittelenglische datiert man von 1066 bzw. 1100 bis 1450 bzw. 1500.
- Das moderne Englisch (Neuenglisch) setzt man etwa mit 1450 oder auch 1500 an und untergliedert es in Frühneuenglisch von 1500 bis 1660 und Neuenglisch von circa 1660 bis heute.
"Received Pronunciation"
Im Hinblick auf die Aussprache wird im heutigen Großbritannien die so genannte Received Pronunciation als Norm angelegt. Dabei handelt es sich um ein normiertes Englisch, das mit einer gesellschaftlichen Schicht statt mit einer Region in Verbindung gebracht wird. Seine Grundlage ist das Englisch der gebildeten Oberschicht, das in den Privatschulen und den älteren Universitäten wie Oxford und Cambridge kultiviert wird (früher als “King’s English”, heute als “Standard-English” bezeichnet).
Viele Engländer, die in der Kindheit Dialekt sprachen, erwerben in Schule und Universität die Received Pronunciation. In neuester Zeit hat sich ihr Einfluss noch durch Medien wie die British Broadcasting Corporation (BBC) verstärkt.
"Verschiedene Formen des Englischen"
Außerhalb Großbritanniens kam es durch die Kolonialisierung Nordamerikas zu wichtigen Veränderungen der englischen Sprache. Das Englisch in Kanada kann zum amerikanischen Englisch gerechnet werden, wenn es auch einige Eigenheiten der britischen Aussprache, der Orthographie und des Wortschatzes beibehalten hat.
Die charakteristischsten Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem britischen Englisch betreffen die Aussprache und das Vokabular. Daneben bestehen geringe Unterschiede in der Rechtschreibung, der Tonhöhe und der Tonstärke (Betonung).
Das geschriebene amerikanische Englisch hat die Tendenz, in Grammatik und Satzbau unbeweglicher zu sein, erscheint aber gleichzeitig toleranter neuen Wortschöpfungen gegenüber. Trotz dieser Unterschiede lässt sich oft nur aus dem Kontext erschließen, ob ein literarisches Werk in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland oder Südafrika geschrieben wurde.
Das Englische kommt auch in einigen vereinfachten Sprachen vor, die in Ländern entstanden sind, in denen Englisch nicht Muttersprache ist. Pidgin English entwickelte sich als Verkehrssprache zwischen chinesischen und englischen Händlern; Varianten davon werden heute auf den melanesischen Inseln, in Neuguinea und Australien, auf den Philippinen, Hawaii und an den asiatischen Küsten des Pazifischen Ozeans gesprochen. Der Gebrauch von Pidgin nimmt auch in Afrika ständig zu, vor allem in Kamerun, Sierra Leone und Ostafrika
Die Chinesen konstruierten aus vielen englischen und einigen unverzichtbaren nichtenglischen Wörtern sowie einer einfachen Grammatik ein eigenes Verständigungsmittel: Bêche-de-Mer, eine Form des Pidgin, die man auf den süd- und westpazifischen Inseln findet, ist ihrer Struktur nach vorwiegend englisch, verwendet aber viele polynesische Wörter.
Der Einfluss der Massenmedien wird aller Voraussicht nach zu einer größeren Einheitlichkeit führen: zur Nivellierung der Ausspracheunterschiede, der Normierung der Orthographie und zur Vereinheitlichung von Rechtschreibung und Lautung.
Obwohl diese Standardisierung kaum zu vermeiden ist, bleibt das einzigartige Charakteristikum der englischen Sprache erhalten, die Tendenz zu wachsen und sich zu wandeln. Ungeachtet der Warnungen linguistischer Puristen werden ständig neue Wörter geprägt, Anwendungsbereiche modifiziert, damit neue Konzepte ausgedrückt werden können, und das Vokabular durch sprachliche Entlehnungen bereichert, vor allem durch die wechselseitige Befruchtung mit dem amerikanischen Englisch.
Aufgrund seiner nahezu unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten ist Englisch zur wichtigsten internationalen Sprache geworden.
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