Europäische Norm regelt Qualität von Übersetzungen

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Jeder, der schon einmal eine Übersetzung in Auftrag gegeben hat, weiß, dass professionelle Übersetzungen stark voneinander abweichen können. Auch wenn sowohl freie Übersetzer als auch Übersetzungsbüros eine bestmögliche Kundenzufriedenheit anstreben, haben beide Dienstleister doch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie man diese erzielt. Um für den Auftraggeber mehr Transparenz zu schaffen und Rechtsunsicherheiten zu beseitigen, wurde die in Deutschland bislang geltende Norm DIN 2345 für Übersetzungen durch die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen DIN EN 15038 ersetzt.

DIN EN 15038

Die geltende europäische Norm DIN EN 15038 regelt sämtliche inhaltlichen und formalen Anforderungen und auch die Anforderungen, die an das innerbetriebliche Qualitätsmanagement zu stellen sind. Nach dieser neuen Regelung müssen Übersetzungsaufträge nicht nur fachlich richtig, sondern auch ablauftechnisch korrekt und vollständig ausgeführt werden. Sind bestimmte Details im Vertrag mit dem Übersetzer nicht thematisiert, gilt der allgemeine Standard für Übersetzungen – also die Norm. Grundlage des Auftrags ist der Ausgangstext, für den allein der Auftraggeber die Verantwortung trägt. Macht der Kunde spezielle Vorgaben wie z. B. die sprachliche Ausrichtung der Übersetzung auf eine bestimmte Zielgruppe, so hat der Übersetzer dies auch dementsprechend zu tun. Andere kundenseitige Vorgaben können sich auf eine spezielle Formatierungsweise oder auf das Anpassen der Übersetzung an kulturspezifische Gegebenheiten des Ziellandes beziehen und werden durch die Lokalisierung realisiert. Der Auftraggeber seinerseits hat dafür zu sorgen, dass der Auftragstext derart gestaltet ist, dass er eine verbindliche Arbeitsgrundlage darstellt und nicht schon im Vorfeld für Unklarheiten sorgt. Immer mehr Übersetzungen werden länderspezifisch lokalisiert, das heißt, sie werden dem jeweiligen kulturellen Background des Ziellandes angepasst. Diese Lokalisierung gilt wie das mitunter ebenfalls angefragte Desktop Publishing (DTP) laut DIN EN 15038 als Mehrwertdienstleistung.

Spezielle Neuregelungen bei DIN EN 15038

Eine Neuheit stellt die Einführung des 4-Augen-Prinzips bei Übersetzungsdienstleistungen dar: DIN EN 15038 schreibt vor, dass jede Übersetzung nur von einem Muttersprachler gemacht und korrigiert werden darf und außerdem noch eine Zweitkorrektur, die für mehr Objektivität sorgen soll, erfordert. Diese darf ebenfalls nur von einem muttersprachlichen Übersetzer oder einem Spezialisten des jeweiligen Fachgebiets durchgeführt werden. Da es bisher keine rechtlich geschützte Berufsbezeichnung "Übersetzer" gibt, definiert DIN EN 15038 auch die Anforderungen an die berufliche Qualifikation von Übersetzern. Haben Sie Fragen zu dem Thema, sind wir gerne für Sie da. Sie erreichen uns telefonisch und per E-Mail.

2017-03-08T14:37:28.7411382Z

Hendrik König
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