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Khmer ist eine alte Sprache, die zahlreiche Entwicklungen durchgemacht hat. Die Amtssprache von Kambodscha zählt zu den Mon-Khmer Sprachen der austroasiatischen Sprachfamilie – unter jenen war sie eine der ersten schriftlich bekannten Sprachen. Es gibt schätzungsweise 14 Millionen Muttersprachler und zwei Millionen Menschen, die Khmer als Zweitsprache sprechen. Von den Muttersprachlern leben etwa zwei Millionen in Thailand und Vietnam – Länder, die einst teilweise zum mächtigen Khmer-Reich gehörten.

Khmer – Sprachgeschichte

Die frühsten schriftlichen Dokumente der Khmer-Kultur sind aus dem sechsten bis siebten Jahrhundert nach Christus bekannt. Erst die Einrichtung von Staatsreligionen – des indischen Shiva-Kults, später des Buddhismus – schuf das Bedürfnis, Tempelnamen, Stiftungen und Herrschergenealogien schriftlich festzuhalten. Dementsprechend sind die frühsten Schriftzeugnisse auf Sanskrit oder Pali, aber in Khmer-Schrift verfasst, die dem Sanskrit unbekannte Konsonanten verwendet. Daher ist die Entzifferung der Inschriften schwierig. Mit der Zeit bildete sich die native Khmer-Sprache heraus, sodass nur Lehnwörter der indischen Sprachen zurückblieben. Einflüsse aus den Thai-Sprachen, Cham, aus dem Laotischen und Französischen wurden ebenfalls integriert. Das moderne Khmer, das seit dem 19. Jahrhundert gesprochen wird, unterscheidet sich von seinen historischen Vorgängern so stark, dass sie aus heutiger Sicht unverständlich sind. Es kennt einige Dialekte, die untereinander verständlich sind – doch umso entlegener eine Bergregion ist, desto schwieriger wird die Verständigung.

Khmer – Schrift

Die Schrift der Khmer-Sprache orientiert sich ebenfalls an indischen Vorbildern. Die Verwandtschaft zeigt sich darin, dass Konsonanten inklusive eines Vokals gelesen und Abweichungen von diesem Vokal markiert werden müssen – im Khmer gibt es je eine Vokalreihe mit A- und mit O-Vokalen. Ein „K“ wird also „Ka“ gelesen, ein „T“ dagegen „To“. Andere Vokale können durch zusätzliche Schriftzeichen oder diakritische Zeichen rundherum um einen Konsonanten angebracht werden. Mehr noch als die Sprache stellt die Schrift für Fremdsprachler eine Herausforderung dar – viele Zeichen, die sehr unterschiedlich gesprochen werden, sehen sich äußerst ähnlich. Eine einheitliche Transkription der Khmer-Schrift gibt es nicht, westliche Sprachen romanisieren entsprechend ihrer eigenen Aussprachegewohnheiten.

Khmer – Besonderheiten

Obwohl Kambodscha von tonalen Sprachen umgeben ist, gehört die Khmer-Sprache nicht dazu. Sie verfügt über 33 Konsonanten, von denen einige ausschließlich für Lehnwörter vorbehalten sind. Gleichsam ist Khmer für seine ungewöhnlich hohe Anzahl von Diphthongen bekannt.

Die Wörter des ursprünglichen Khmer verpaaren eine Vorsilbe mit einer Vollsilbe, die Vorsilbe wird dabei weniger betont. Lehnwörter oder schriftsprachliche Ausdrücke verpaaren auch zwei Vollsilben, von denen in der gesprochenen Sprache die erste Silbe auch unbetont bleibt.

Als isolierende Sprache sind die Wörter im Khmer unveränderlich, sie werden unter Zuhilfenahme von Präfixen und Infixen aneinandergereiht – auch Zeitformen werden nur durch Nennung des Zeitpunkts oder mit Hilfszeitworten vor dem Verb ausgedrückt. Die Khmer-Grammatik folgt der Subjekt-Verb-Objekt-Ordnung und stellt somit beim Übersetzen kein großes Problem dar – Hindernisse sind die bei Aktionen notwendigen und unübersichtlichen Verbketten. Da wir jedoch ausschließlich mit muttersprachlichen Übersetzerinnen und Übersetzern arbeiten, werden Texte von uns immer schnell und professionell übersetzt. Dabei können wir Ihnen Khmer-Übersetzungen in allen möglichen Sprachkombinationen und Fachbereichen anbieten. Beim Dolmetschen in Khmer ist zu beachten, dass Männern und Frauen unterschiedlich sprechen – einige Wörter werden nur von je einem Geschlecht verwendet. Ebenso finden in gesprochener Sprache Reduktionen statt, so bleibt von dem Satz „Wie geht es dir?“ – wörtlich „Bist du glücklich und geht es dir gut?“- nur „Glück Gut?“ übrig.