Deutschland

Mit rund 80 Millionen Sprecherinnen und Sprechern gehört Türkisch zu den großen Sprachengruppen. Sowohl in der Türkei als auch auf Zypern ist Türkisch Amtssprache. Daneben wird Türkisch auch in Teilen von Mazedonien, Rumänien und dem Kosovo als regionale Amtssprache anerkannt und ist anerkannte Minderheitensprachen im Irak, Bosnien und Herzegowina sowie Griechenland.
In Deutschland hat die türkische Sprache heutzutage ebenfalls eine große Präsenz und unser Übersetzungsbüro erhält täglich viele Anfragen für Türkisch-Übersetzungen. Dabei übernehmen wir sowohl Übersetzungen aus dem Türkischen in nahezu jede Fremdsprache als auch Übersetzungen aus den Fremdsprachen ins Türkische. Unsere Türkisch-Übersetzungen werden ausschließlich nach dem Muttersprachler-Prinzip angefertigt. Das bedeutet, dass wir streng darauf achten, dass unsere Übersetzerinnen und Übersetzer nur in ihre Muttersprache übersetzen.

Türkisch – Ursprünge

Das Türkische geht auf eine Sprachfamilie zurück, die ursprünglich aus Zentralasien, Sibirien und Osteuropa stammt. Bisher umstritten ist, ob Türkisch eine oghusische oder altaische Sprache ist. Fest steht jedoch, dass Wurzeln aus beiden Sprachen vorhanden sind.

In der Geschichte hat sich die türkische Sprache kontinuierlich weiterentwickelt. Man unterscheidet zwischen drei bekannten Formen des Türkischen. Wurde das anatolische Türkisch hauptsächlich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert gesprochen und in arabischer Schrift geschrieben, fanden mit Einführung des Islams in der Türkei auch persische und arabische Ausdrücke den Weg in die türkische Sprache. Man spricht daher vom 15. bis ins frühe 20 Jahrhundert vom Ottomansischen Türkisch.

Eine radikale Veränderung der Türkischen Sprache fand im Jahr 1928 statt. Kemal Atatürk hatte die Vorstellung, eine „reine“ türkische Sprache einzuführen. Mit dieser Reform wurden die nichttürkischen Elemente der Sprache komplett durch türkische Ausdrücke ersetzt. Gleichzeitig wurde das arabische Alphabet durch das lateinische Alphabet ersetzt. Die Folge der Einführung des sogenannten Modernen Türkisch war, dass es starke Unterschiede zwischen der von mehreren Generationen gesprochenen Sprache gab.

Türkisch – Dialekte

Innerhalb der türkischen Sprache gibt es verschiedene Dialekte. Diese werden unterschieden zwischen den westlichen und den östlichen Dialekten. Es existiert jedoch lediglich eine einzige westliche Dialektform, die östlichen Dialekte spalten sich in acht Formen auf. Als Standardform des Türkischen wird das in Istanbul gesprochene Türkisch betrachtet.

Türkisch – Besonderheiten

Das türkische Alphabet besteht aus 29 Buchstaben. Diese unterteilen sich in 21 Konsonanten und 8 Vokale. Die Vokale wiederum werden in helle und dunkle Vokale unterschieden. Weitere besondere Merkmale sind Vokalharmonie, Agglutination sowie Konsonantenmutation.
Das wichtigste Element der türkischen Sprache ist die Vokalharmonie. Dies bedeutet, dass die Kombination von Vokalen an bestimmte Regeln gebunden ist. Bestimmte Vokale dürfen nicht zusammen auftreten. Dies führt zu einer erheblichen Erleichterung bei der Aussprache türkischer Worte.

Ihre Geschäftstätigkeit in der Türkei

Mit ihren rund 75 Mio. Einwohnern und den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre, wird die Türkei längst nicht mehr nur als ein ausländischer Zulieferer für Textilerzeugnisse wahrgenommen, sondern zunehmend auch als potentieller Absatzmarkt gesehen. Ähnlich wie in Deutschland oder Österreich, handelt es sich bei über achtzig Prozent aller Unternehmen in der Türkei um mittlere oder kleine Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeitern. Die Mittelschicht wird immer größer und schafft somit Marktpotentiale, die dieses Schwellenland für ausländische Investoren sehr attraktiv macht. Auch die zentrale geografische Lage zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten mag strategisch wichtig erscheinen, wenn es darum geht, in diese Regionen zu expandieren.

Innerhalb der Türkei sind die Gegensätze trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zehn Jahre sehr groß. Der Bosporus teilt das Land nicht nur in geografischer Hinsicht, sondern auch in Wirtschaftlicher. Während die Industrie vor allem im Westen vorzufinden ist, ist der Osten immer noch sehr ländlich entwickelt. Zu den wichtigsten Industrien der türkischen Wirtschaft zählen die Textil-, Automobil- und Baubranche.

Die Stärken der Türkei

Die Reformen haben die türkische Wirtschaft stabiler und stärker gemacht. Mit der stetigen, wenn auch langsamen Annäherung an die Europäische Union und dem Beitritt zur Zollunion, kommt es auch zu einer Angleichung der Geschäftsstandards und Reglementierungen. Innerhalb der Länder der EU verfügt die Türkei über das viertgrößte Angebot an Arbeitskräften, die zudem als gut ausgebildet gelten. Um die regionalen Disparitäten abzubauen, lanciert die Regierung staatliche Hilfen in Form von Steuer- und Abgabenbefreiungen sowie zinsreduzierten Krediten für Unternehmen, die in vollem Umfang auch ausländischen Investoren zugutekommen können. In Adana, Gaziantep, Konya oder Kayseri finden sich Gewerbe- und Industriezonen, die in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt haben; Kayseri wird sogar als das türkische Schwabenland bezeichnet.

Die Schwächen der Türkei

Die Türkei bezieht in Zeiten steigender Energiepreise und der angespannten politischen Lage ihr Öl aus Ländern, die politisch instabil sind. So stammen über neunzig Prozent des Öls aus Russland und den arabischen Staaten. Das anhaltende Wirtschaftswachstum führt zu einem immer größeren Import an Energie und ist eines der Hauptgründe für das steigende Leistungsbilanzdefizit.